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Ein Wort zum Mythos der Insel... und was uns davon verblieb...
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Gerne erinnere ich mich an den Winter 1981, als ich erstmalig meine Füße auf kretischen Boden setzte. An Timbaki, dem ersten Kreta-Domizil und natürlich an meinen ersten ‘Raki-Kontakt’... einschließlich des unvermeidlichen Endes dieses Abends, als man mich mittels einer Schubkarre durch das Gassengewirr des alten Dorfes heimwärts karrte! Nun, auch das ist Kreta! Eigentlich bin ich nur bedingt Melancholiker, aber jene unvergesslichen, wilden Jahre trage ich immer noch tief in meinem Herzen...
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Der Aussteiger-Mythos dieser Insel, der sich bis in die siebziger Jahre verbreitete, gehört längst der Vergangenheit an! Auch der Zugang zu den Höhlen von Matala, Sinnbild der damaligen Aussteiger, ist mittels eines halbherzigen Zaunes verbarrikadiert. Jemand nannte die heutige Zeit eine kulturlose Barbarei.... nicht zu unrecht! Der Massentourismus hat die Geschäftstüchtigkeit der Insulaner inspiriert. Die Gelder aus Brüssel fließen. Die Banken sorgen mit verlockenden Krediten dafür, dass ein Scheinwohlstand ausgebrochen ist. Nein man wird auf der Insel der Götter heute nicht nur mit Schönheit konfrontiert! Dem Individualisten fällt dieses gewiss noch eher ins Auge als dem pauschalierten Touristen in seiner Hotelburg, der sich nur heraus traut um an einer Jeep-Safari teilzunehmen, seinen Ausflug als unvergesslich einstuft, weil ihn der Vordermann kräftig mit Staub einnebelte...
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Das gestörte Verhältnis der Kreter zur Umwelt, die Vorliebe für nackten Beton, all dieses trägt leider nicht dazu bei, die Insel in den Himmel zu jubeln! Beklagenswert ist das gestörte Verhältnis der Inselbewohner zur Tierwelt. Der Förderverein Arche Noah Kreta e.V. und die Freunde des NAOM Umweltforum bemühen sich seit Jahren tapfer um Abhilfe. Sicher kein positives Image der Insel, was sich uns da offenbart. Doch sollten wir unsere Augen vor diesen Problemen nicht verschliessen. Hauptlast trägt dabei die Einstellung der Insulaner, die auch heute noch uneingeschränkt der Meinung sind, dass ihr Haustier ein uneingeschränktes Nutztier zu sein hat. Verliert es diese Werteinschätzung, wird es erbarmungslos entsorgt..., entsorgt wie all die ausgedienten Gebrauchsgüter, die einfach an der nächsten Straßenkehre in den Graben befördert werden. Nein, das Umweltbewusstsein unserer Insulaner steckt noch arg in den Kinderschuhen... und so wird es sicherlich noch eine Weile bleiben...
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Doch verzagt nicht! Kreta hat sein wahres Gesicht noch nicht verloren. Wer einmal die Serpentinen von Anopolis erklomm, Aradena bestaunte oder sich durch die Messara über den gewaltigen Bergrücken zum Lybischen Meer wagte um dann erstaunt in Tris Ekklisiers zu landen... hat einen Teil von Kretas anderem Gesicht ertastet! Ich wünsche mir, dass auch Ihr all dies seht. Denn die Insel verfügt immer noch über ihre Schönheiten. Wer sie gezielt sucht, der wird sie auch finden! Sucht den Kontakt mit den Einheimischen, denn er wird euch jene Türen öffnen, die dem pauschalierten Safari-Fan für immer verschlossen bleiben werden..
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